Für wen ist GEMINI?

Die Berufsorientierung bekommt vor dem Hintergrund des demographischen Wandels sowie der Notwendigkeit der Fachkräftesicherung eine immer größere Bedeutung. Diese Entwicklung betrifft dabei nicht nur nationale und regionale Wirtschafts- und Arbeitsmärkte, sondern auch Grenzregionen mit ihren grenzüberschreitenden Verflechtungen. Grenzregionen sind dabei von einer besonderen Problemlage gezeichnet. Zum einen müssen sie sich – oft infrastrukturell benachteiligt – gegen die attraktiveren Arbeits- und Wirtschaftsräume der Ballungszentren durchsetzen bzw. behaupten, oft verbunden mit einer rückläufigen Bevölkerungszahl und der Abwanderung junger innovativer Bevölkerungsteile.

Zum anderen haben die Akteure in den Grenzregionen aber durch die Grenzlage und durch entstehende grenzüberschreitende Kooperationen die Möglichkeit, gemeinsame Potenziale des Wirtschafts- und Arbeitsmarktes besser nutzen zu können. Allerdings sind hier bestehende nationale Regelungen, insbesondere der Schul- und beruflichen Bildungssysteme nicht transparent. So werden unter anderem nationale Abschlüsse nicht anerkannt, in der beruflichen Bildung erworbene Kompetenzen sind nicht transparent dargestellt bzw. vorhandene Ausbildungspläne bzw. –ordnungen werden nicht grenzüberschreitend abgestimmt sowie  im Rahmen von gemeinschaftlich entwickelten und anerkannten Zusatzqualifikationen ergänzt. Zudem sind die sogenannten Euregiokompetenzen (z. B. grenzraumspezifische Informationskompetenzen, Nachbarsprachenkompetenzen, Interkulturelle Kompetenzen etc.), die zukünftige, auf einem euroregionalen Arbeitsmarkt flexible ArbeitsnehmerInnen besitzen müssen, nicht vorhanden.

Zielgruppen

Mit unserem Projekt möchten wir folgende Personen und Zielgruppen erreichen:

  • Lehrerinnen und Lehrer an Mittelschulen (D) und Beruf-und Fachschulen (CZ) in der ERNN, in deren Verantwortungsbereich die Berufsorientierung liegt.
  • Jugendliche der Altersgruppe 13-16 Jahre an Mittelschulen (D) und Beruf- und Fachschulen (CZ).
  • Unternehmen, die ein strategisches Interesse auf dem freien grenzüberschreitenden deutsch-tschechischen Wirtschafts- und Arbeitsmarkt verfolgen und die ihre Auszubildenden und zukünftigen Fachkräfte in diesem Kontext im Bereich der Euregiokompetenzen qualifizieren wollen.
  • Multiplikatorlnnen, welche die Rahmenbedingungen der beruflichen Bildung und die deutsch-tschechische Kooperation hinsichtlich eines gemeinsamen freien grenzüberschreitenden deutsch-tschechischen Wirtschafts- und Arbeitsmarktes gestalten.

Von besonderer Bedeutung ist in dem dargestellten Zusammenhang die Berufsorientierung von Jugendlichen in deutschen Mittelschulen und tschechischen Beruf-und Fachschulen, an denen die Berufsorientierung stattfindet. Gerade in dieser Lebensphase werden berufliche Ausbildungsentscheidungen und somit auch Entscheidungen über ein Verbleiben in der Region (und damit auch Zukunftsentscheidungen für die ERNN) getroffen.

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Das Projekt wird durch das Kooperationsprogramm des Freistaat Sachsen – Tschechische Republik 2014 -2020 gefördert.